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Blog von Carsten Schöne

Tag Archives: Carsten Schöne

„Sie hat sich stets sehr bemüht“ – ein Nachruf auf Kristina Schröder

Bundesministerin (a. D.) Kristina Schröder,  Bildquelle: BMFSFJ

Bundesministerin (a. D.) Kristina Schröder,
Bildquelle: BMFSFJ

Als Kristina Schröder 2009 von der Bundeskanzlerin auf den Chefsessel im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gehievt wurde, war sie thematisch im eigenen Lebenslauf angekommen. Die Jugend hatte die damals 32jährige Soziologin und promovierte Politikwissenschaftlerin  bereits hinter sich, eine Frau war sie selbst, Familiengründung stand noch auf der persönlichen Agenda und Senioren kannte sie aus der Nachbarschaft. Continue Reading

51. Jugendhilfeausschusssitzung am 06.02.2014

Blick von der Festung Königstein ins ElbtalErneut musste sich der Jugendhilfeausschuss am 06.02.2014 mit dem „E-Kita-System“ befassen, das von so vielen Problemen begleitet wird, dass die Stadtverwaltung nun einer Vertragsauflösung mit der beauftragten Firma auf den Weg brachte. Continue Reading

E-Kita-System: Landeshauptstadt Dresden zieht die Notbremse

© pixabay.deDie Einführung eines zentralen elektronischen Anmeldesystems für Kindertagesbetreuung in Dresden gestaltet sich auch weiterhin schwierig. Das ursprünglich gewünschte Anmeldesystem sollte sowohl Eltern wie auch Kindertagesstätten und die Stadtverwaltung entlasten. Von einem solchen System versprach man sich einerseits die Vereinfachung des Anmeldeverfahrens und wollte andererseits Mehrfachanmeldungen von Familien in unterschiedlichen Einrichtungen vermeiden. Diese Mehrfachanmeldungen waren in der Vergangenheit zur Sicherung des Zugangs zu einer Kita üblich, verfälschten gleichzeitig aber auch die tatsächlich Bedarfslage, da ein übergreifender Datenabgleich nicht möglich war. Continue Reading

50. Jugendhilfeausschusssitzung am 16.01.2014

Blick auf das "Blaue Wunder" zu Dresden - Foto by © Johannes Schöne

Blick auf das „Blaue Wunder“ zu Dresden

Der Dresdner Jugendhilfeausschuss befasste sich in seiner 50. Sitzung u. a. mit der Förderung von Angeboten der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im laufenden Jahr. Reichlich 13 Millionen Euro stehen hierfür zur Verfügung, das leicht gestiegene Budget zieht dennoch auf Grund der allgemeinen Kostenentwicklung Kürzungen im Bereich der Personalkosten nach sich.

Erfreulich ist demgegenüber, dass die Skate-Halle in Dresden-Reick durch das Engagement von Stadtverwaltung, den Betreibervereinen und Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses gerettet werden konnte und die drohende Schließung vom Tisch ist. Continue Reading

46. Jugendhilfeausschusssitzung am 12.09.2013

Terrassenufer Dresden

Terrassenufer Dresden

Informationen zur 46. Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 12.09.2013:

 

In der Informations- und Fragestunde des Jugendhilfeausschusses informierten das Jugendamt und der eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden über folgende Dinge: Continue Reading

Das Dresdner „E-Kita-System“ – der Versuch einer Aufklärung

Grafik by © Pixabay.com

Grafik by © Pixabay.com

Am 1. September 2013 startet das neue Elternportal der Stadt Dresden, über das Eltern künftig die Anmeldung für Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen oder in der Kindertagespflege möglich ist. Um das so genannte „E-Kita-System“ hat es in der Vergangenheit zahlreiche Debatten gegeben, die offenbar dafür gesorgt haben, dass einige Argumente, Vorurteile, und Gerüchte in der Öffentlichkeit haften geblieben sind. Dieser Text soll ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Continue Reading

45. Jugendhilfeausschusssitzung am 22.08.2013

Informationen zur 45. Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 22.08.2013

TOP 1: Informationen aus der „Informations- und Fragestunde“

Informationen der Oberbürgermeisterin:

Die Oberbürgermeisterin Helma Orosz informierte, dass die Landeshauptstadt Dresden gegen den Bescheid der Landesdirektion zu Aufgaben und Rechtsform des städtischen Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen Klage einreichen wird. Die Landesdirektion hatte die Ausgliederung hoheitlicher Aufgaben an den Eigenbetrieb kritisiert. Das Klageverfahren soll eine grundsätzliche Klärung zum Sachverhalt erbringen. Continue Reading

Screenshot Onlinebefragung

Jugend-Online-Befragung in Sachsen

Eine Befragung, die Fragen hinterlässt…

Gegenwärtig führt die Empirica AG im Rahmen der Erstellung des Jugendberichtes eine Onlinebefragung durch, die sich einerseits an junge Menschen und andererseits an Fachkräfte in der Jugendarbeit richtet.

Für eine wissenschaftliche Untersuchung der Lebenslagen junger Menschen sind Befragungen ohne Zweifel ein probates Mittel. Allerdings sollten die Befragungen auch so gestaltet sein, dass die Anonymität der Befragten sichergestellt ist. Diese Anforderung erfüllen beide Fragebögen nicht, da mehrere Antwortoptionen konkrete Hinweise auf Personen, Einrichtungen und Vereine liefern. Insbesondere im ländlichen Raum mit eher geringer Dichte an Jugendfreizeitangeboten dürfte die Abfrage von Wohnort und ggf. genutzter Jugendeinrichtungen eindeutige Hinweise liefern. Dies setzt sich später fort, wenn Jugendliche nach ihrem politischen Interesse und Engagement bzw. nach der Zugehörigkeit zu bestimmten Szenen gefragt werden. Befragungen sollten ferner so gestaltet sein, dass sowohl die Fragestellung wie auch die vorgegebenen Antwortoptionen wertneutral formuliert sind. Dieser Grundsatz wird durch Empirica in den Fragebögen mehrfach verletzt.

Auch hinsichtlich der Auswertbarkeit bzw. der Interpretation erhobener Daten eröffnen sich so manche Fragen. Neben der Tatsache, dass in den Fragebögen auch nicht alle zur Jugendarbeit zugehörigen Arbeitsfelder abgebildet werden, ist das fachliche Niveau der Fragestellungen als mangelhaft zu beurteilen. So erkundigt man sich nach den Gründen, warum ein/e Jugendliche/r keinen Jugendtreff besucht. Eine der Antwortoptionen lautet: „Im Jugendclub / Jugendzentrum gibt es Ansprechpersonen, die mir unsympathisch sind“. Welche Empfehlung will der Landtag in Auswertung des Berichtes an die Jugendhilfe richten, wenn diese Antwortoption mit einer größeren Häufigkeit gewählt wird? Den Fachkräftestandard um das Merkmal „sympathische Ausstrahlung“ ergänzen?

Insgesamt lassen die Fragestellungen eine gewisse Verwandtschaft zur im Herbst im Auftrag der sächsischen Staatsregierung durchgeführten Studie „Lebensziele junger Menschen in Sachsen“ erkennen, die nicht wirklich nach den Lebenslagen junger Menschen im Freistaat fragte, sondern eher nach einer Bestätigung der liberal-konservativen Regierungsarbeit suchte. Vergleichbare Fragestellungen finden sich auch in der aktuellen Befragung, so dass der Grundsatz der Wertneutralität einer solchen Befragung als verletzt zu betrachten ist. Dies wird u. a. in einer Fragestellung an die Fachkräfte deutlich, die sich danach erkundigt, wie die Jugendarbeit in Sachsen auch ohne zusätzliches Personal und Geld weiterentwickeln könnte. Dahinter lässt sich durchaus die seit Jahren zu beobachtende „Deprofessionalisierungstendenz“ vermuten, die durch den Einsatz Ehrenamtlicher professionelle Angebote ablösen soll. Im Zusammenhang mit der Abfrage sozialdemografischer Daten und (jugend)politischer Einstellungen der Fachkräfte lassen sich dann konkrete Bezüge zu den Einrichtungen und Trägern im Freistaat herstellen. Die zugesicherte Einhaltung der Datenschutzbedingungen erscheint vor diesem Hintergrund eher als Floskel, denn als vertrauensbildendes Versprechen. Dies wird nicht zuletzt für ablehnende Haltungen zur Mitwirkung an der Befragung führen, was letztlich verhindert, tatsächlich für einen repräsentativen Blick auf die Lage der Jugendhilfe in Sachsen zu sorgen.

Julia Kemper von Empirica erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Staatsregierung für die Fragebögen keinerlei Vorgaben erlassen hatte, die Befragungen allerdings mit dem Sozialministerium und dem Begleitbeirat abgestimmt wurden. Kemper erläuterte ferner, dass die Ergebnisse aus den Befragungen direkt in den Jugendbericht einfließen sollen, der seinerseits „Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Jugendhilfe in Sachsen“ liefern soll.

Empirica versucht Jugendliche mit der Verlosung nicht näher beschriebener „Workshops“ für eine Teilnahme zu gewinnen. Hierfür müssen wiederum persönliche Daten eingegeben werden, womit –mit Blick auf die technischen Möglichkeiten eines Online-Fragebogens – weitere Rückschlüsse auf die teilnehmenden Personen möglich wären. Unabhängig davon, dass ein nicht mal ansatzweise erläuterter „Workshop“ Jugendliche nicht unbedingt zur Mitwirkung motiviert,  würde eine kontinuierliche und allerorten gelebte Beteiligungskultur in Sachsen derartige Motivationsgeschenke überflüssig machen.

Die Fragebögen finden sich unter: www.jugendbefragung-sachsen.de bzw. www.jugendbefragung-sachsen.de/mitarbeiter.

Carsten Schöne

Veröffentlicht in CORAX – Magazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen  6-2012